04.11.2026, 18:30 Uhr
#82 Das deutsche Kolonialreich
Mit Jürgen Zimmerer: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Zeit des Imperialismus: Nationen wuchsen zu Weltreichen heran. Nur wer Kolonien hatte, konnte in diesem Wettlauf mithalten. Deshalb entstand nach der Reichsgründung eine politische Strömung, die Kolonien für das deutsche Reich forderte. 1883 erwarb der Hamburger Kaufmann Adolf Lüderitz eine Bucht und zugehöriges Land von dem Anführer der Nama im heutigen Namibia. Lüderitz suchte Schutz für seinen neuen Landstreifen in Afrika und Bismarck lieferte. Jahrrelang hatte der Reichskanzler den Aufbau deutscher Kolonien strikt abgelehnt und vollbrachte nun eine Kehrtwende um 180 Grad. Nach dem Modell von Namibia traten nun auch andere Hamburger und Bremer Handelshäuser auf den Plan, die in Togo und Kamerun bereits Faktoreien betrieben. Auch sie forderten nun den „Schutz“ ihrer Gebiete und Bismarck ernannte auch Tog... mehr